20. April 2026

Ambulant. Stationär. Digital: Gemeinsames Patientenportal vereinfacht Organisation von Krankenhausaufenthalten

Das Klinikum Aschaffenburg-Alzenau hat heute einen wichtigen Schritt in die digitale Zukunft gemacht. Denn das Krankenhaus ist nunmehr ambulant, stationär und digital erreichbar. Ein digitales Patientenportal erlaubt Patientinnen und Patienten künftig einen einfachen Zugang zum Krankenhaus und kann dabei helfen, Termine und den Krankenhausaufenthalt selbst zu organisieren. Das Portal wird derzeit bayernweit ausgerollt – eine eigens gegründete Klinik-IT-Genossenschaft (KIG) hat die komplexe Entwicklung und Anbindung organisiert. Zur bayernweiten Feierstunde war Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach nach Aschaffenburg gekommen.

Erste Krankenhäuser sind bereits seit Monatsbeginn am Start – in Aschaffenburg fand am heutigen Montag die offizielle Eröffnung des bemerkenswerten Projekts statt. „Termine, Unterlagen, Patientendaten – das Patientenportal macht die Vorbereitung auf einen Krankenhausbesuch spürbar einfacher“, sagte der Geschäftsführer des Klinikums Aschaffenburg-Alzenau, Sebastian Lehotzki, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der KIG ist. Auch Informationen während des Behandlungsprozesses und die digitale Kommunikation mit Nachversorgern sind ein wesentlicher Bestandteil.

Der Dreiklang „Ambulant. Stationär. Digital“ werde von den Bürgerinnen und Bürgern erwartet, weil sie einen digitalen Zugang zu Unterlagen, Terminen oder Sprechstunden aus anderen Lebensbereichen längst kennen. „Gerade weil Krankenhäuser mit einem sensiblen Thema – der individuellen Gesundheit der Menschen – zu tun haben, ist Sorgfalt das oberste Gebot. Daten müssen sicher sein, die Bedienung verständlich und die Anbindung an die vielfältigen internen Systeme im Haus gewährleistet. Deshalb gilt unser Dank nicht nur allen Beteiligten in der Klinik IT eG, die das Projekt vor zwei Jahren gestartet hat und in dem alle Mitglieder vereint am gleichen Ziel gearbeitet haben. Wir müssen auch jenen Häusern danken, die vor dem offiziellen Start heute mit ihrem Engagement dazu beigetragen haben, dass nun einem flächendeckenden Rollout nichts mehr im Wege steht. Mit Aschaffenburg, das maßgeblich an der Entwicklung beteiligt war, geht heute eines der größten Häuser in Bayern ans Netz.“

Engagement made in Bayern

Bayerns Staatsministerin für Gesundheit, Pflege und Prävention, Judith Gerlach, machte deutlich, dass das Patientenportal gleich aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet bemerkenswert sei. Sie betonte: „Das überregionale Patientenportal ist ein wesentlicher Schritt für die Digitalisierung der Krankenhäuser. 75 Krankenhausträger an mehr als 140 Standorten (davon 126 in Bayern) haben sich zusammengeschlossen und gemeinsam eine digitale Plattform aufgebaut. Dabei wurde die Lösung nicht von einem IT-Konzern entwickelt, sondern von einer eigens gegründeten Genossenschaft – der Klinik IT. Hier trifft zukunftszugewandtes Engagement auf den Wunsch, keine Alternative ‚von der Stange‘, sondern eine passgenaue Lösung zu entwickeln. Dieses Engagement ist in Bayern von jeher besonders ausgeprägt und der Freistaat zeigt in diesem Kontext einmal mehr, dass wir Entwicklungen und Prozesse vollständig durchdenken und umsetzen können. Das Ergebnis ist das größte genossenschaftliche Digitalprojekt im deutschen Krankenhaussektor.“

Zudem haben die Häuser einen ungewöhnlichen Finanzierungsweg gewählt: Denn die Mittel für das Patientenportal konnten auf der Grundlage des Krankenhauszukunftsfonds (KHZF) vom Bund beantragt werden. Deshalb sind fast überall im Bundesgebiet Insellösungen entstanden. Gerlach erklärte: „In Bayern haben sich hingegen viele Häuser bewusst für eine Kooperation entschieden und ihre Fördermittel für eine gemeinsame Lösung verwendet – und sie so in ihrer Wirkung multipliziert. Die entwickelte Lösung steht nun allen Mitgliedern der Genossenschaft zur Verfügung.“

Gleichzeitig verwies sie darauf, dass mit der Liveschaltung der ersten Anwendung der Entwicklungsprozess noch nicht abgeschlossen sei: „Das Portal ist nicht der Endpunkt, sondern der Einstieg in eine digital vernetzte Versorgung. Es soll die Basis für die Einbindung weiterer digitaler Elemente wie etwa der elektronischen Patientenakte sein und die Verzahnung von ambulantem und stationärem Sektor verbessern.“

Angebot wird weiter wachsen

Zum Start sind in Aschaffenburg mit bestimmten Sprechstunden die Frauenklinik (Gynäkologie) und die Chirurgische Klinik II (Unfall- und Handchirurgie/Orthopädie) digital über die Homepage des Klinikums (www.klinikum-ab-alz.de) erreichbar, in den kommenden Monaten werden sukzessive alle anderen infrage kommenden Bereiche an den Standorten Aschaffenburg und Alzenau folgen.

Über die Adresse www.mein-krankenhaus.digital können die teilnehmenden Häuser individuell ausgewählt werden. So besteht hier beispielsweise die Möglichkeit, dass Termine für Angehörige auch an weiter entfernten Standorten vereinbart werden können. Mittelfristig werden zudem weitere Funktionen und Vernetzungen folgen. Die Anmeldung zum Portal läuft über eine 2-Faktor-Authentifizierung und dauert nur wenige Minuten. Danach können die Nutzerinnen und Nutzer die umfangreichen Möglichkeiten der Plattform unentgeltlich nutzen. Wichtig ist aber die aktive Zustimmung zur Teilnahme.

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