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Mitteilung zur Aufsichtsratssitzung des Klinikums Aschaffenburg-Alzenau


Zu Beginn der Veranstaltung begrüßten Geschäftsführer Sebastian Lehotzki und der Ärztliche Direktor Prof. Dr. York Zausig die Teilnehmenden. Beide betonten, dass sich das Gesundheitssystem aktuell in einem tiefgreifenden Wandel befindet – geprägt durch gesundheitspolitische Reformen, zunehmende Ambulantisierung und neue hybride Versorgungsformen. Diese Entwicklungen betreffen sowohl den ambulanten als auch den stationären Bereich. Eine hochwertige und zukunftsfähige Patientenversorgung könne daher nur durch einen engen Dialog und eine enge Zusammenarbeit zwischen beiden Versorgungssektoren gewährleistet werden.
Den fachlichen Auftakt machte Dr. Markus Thalheimer, Leiter Geschäftsbereich Erlösmanagement vom Universitätsklinikum Heidelberg. Er zeigte die politischen und finanziellen Hintergründe und Folgen für die zunehmende Ambulantisierung und hybride Versorgung in Deutschland auf. Ein besonderes Augenmerk wurde auch auf die Vor- und Nachsorge insbesondere bei der hybriden Versorgung geworfen. Hier besteht in vielen Bereichen deutschlandweit noch Entwicklungsbedarf.
Prof. Dr. René Hartensuer stellte anschließend aus chirurgischer Perspektive neue Versorgungsmodelle in der Unfallchirurgie vor. Zudem regte er an, die weiterhin bestehende starre Trennung zwischen ambulanter und stationärer Versorgung im Sinne einer sektorenübergreifenden Versorgung stärker zu überwinden, um flexiblere und patientenorientiertere Behandlungsstrukturen zu ermöglichen.
Prof. Dr. Mark Rosenberg gab anschließend Einblicke in aktuelle Entwicklungen in der internistischen Versorgung am Klinikum Aschaffenburg-Alzenau. Dazu zählen unter anderem der Ausbau tagesstationärer Behandlungsangebote am Standort Alzenau sowie neue Konzepte für Kurzliegerpatientinnen und -patienten am Standort Aschaffenburg. Darüber hinaus berichtete er über den Aufbau eines neuen Herzkatheterlabors, das künftig eine erweiterte kardiologische Versorgung komplexer Krankheitsbilder mit einem vertretbarem Aufwand in der Region ermöglichen soll. Er wünschte sich zu dem eine Digitalisierung zur besseren Verzahnung von Praxen und Kliniken.
In der anschließenden lebhaften und konstruktiven Diskussion wurde deutlich, dass alle Beteiligten ein gemeinsames Ziel verfolgen: eine stärker patientenzentrierte Versorgung, die sich nicht mehr strikt an sektoralen Grenzen orientiert, sondern durch enge Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung geprägt ist. Aufgrund der vielen laufenden Reformen insbesondere im Krankenhausbereich wurde von den niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen der Wunsch formuliert, durch intensiven Austausch die zukünftige Zusammenarbeit eng abzustimmen und wo erforderlich anzupassen.
Ein konkreter Vorschlag, um diesen Wunsch aufzugreifen, kam aus der Runde von Prof. Dr. Schmitz-Winnenthal, der anregte, eine gemeinsame Initiative zur sektorenübergreifenden Zusammenarbeit zu etablieren. In diesem Rahmen sollen interessierte Ärztinnen und Ärzte aus dem Klinikum sowie aus dem niedergelassenen Bereich künftig gemeinsam an neuen Versorgungsmodellen arbeiten.
Ziel dieser Initiative ist es, die Zusammenarbeit weiter zu vertiefen und die Patientenversorgung am Bayerischen Untermain gemeinsam weiterzuentwickeln und zukunftsfähig zu gestalten.
Die Veranstaltung zeigte, dass der notwendige Kulturwandel in der medizinischen Versorgung nur im gemeinsamen Dialog gelingen kann – mit dem klaren Fokus auf eine bestmögliche Versorgung der Patientinnen und Patienten in der Region.

